Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_356

Christ Adam, 1856 (Bamberg) – 1881, Bildhauer; er war zuerst Schüler von J. Halbig und dann von M. Widnmann an der Münchner Kunstakademie.

Hauptwerke: Statuette eines Bannerträgers für das Standbild des hl. Otto in Bam­berg, ein Städtebrunnen in Bamberg, die »Dioskuren« an der Treppe der neuen Akademie der Bildenden Künste in München (zusammen mit M. Widnmann), Barm­herziger Samariter (mit 1. Preis).

Kolosseum-Künstler; Monumentalkreuz für die im Kolosseum zu München am 17. Februar 1881 beim Brand tödlich verunglückten Künstler. Die Bildhauerschüler M. Widnmanns hatten eine Eskimogruppe installiert; unter den niederen Dächern zweier Schneehöhlen wurde Münchner Hofbräu als Tran getrunken und wurden He­ringe von rußenden Ölflämmchen gebraten; auf der Heringstonne, die als Tisch­chen diente, war eine Talgkerze umgefallen, und das purzelnde Flämmchen streifte die Ärmelzotten eines Eskimos; ein jähes Aufleuchten … und trotz sofortigen Lö­schens wurde einer beim Hinausgehen zur Flammensäule, und die, die ihm helfen wollten, starben auf die gleiche entsetzliche Weise.

Es waren folgende Künstler:
Einhart Emil, geb. 1854 (Konstanz)
Gehrke Adolf, geb. 1849 (Berlin)
Guttermann Ernst, geb. 1859 (Ulm)
Hößbacher Adolf, geb. 1863 (Frankfurt/Main)
Kraus Karl, geb. 1857 (Ulm)
Schnetzer Johann, geb. 1850 (Fürstenfeldbruck)
Christ Adam, geb. 1856 (Bamberg)

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


20-08-14 (Opfer des Kolosseum-Brandes)