Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_346

Niggl Josef, 1778 (Vogtareuth, Lkr. Rosenheim/Obb.) – 1835, Optiker und Brillenfa­brikant; N. ging aus dem Fraunhoferschen Institut unter der Direktion von G. Merz hervor und war nach A. Lewald als der beste Meister in Brillen und Operngläsern auf dem Kontinent bekannt; um die von ihm geschliffenen Gläser stritt man sich an­geblich seinerzeit in der City von London als die eines Optikers vom ersten Rang; für Goethe fertigte er zwei Polarisationsapparate an, die dessen vollen Beifall fan­den, trotzdem wohnte N. wie ein armer Brillenschleifer in einer engen Kammer in der Kreuzgasse und ist dort so dürftig, wie er gelebt hat, auch gestorben; nach sei­nem Tod übernahm Raimund Hellerauer die Werkstätte.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


09-03-36 (Niggl)