Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_345

Niethammer Friedrich Philipp Immanuel, Dr. phil., von, 1766 (Beilstein/Wttbg.) – 1848, Philosoph, evangelischer Theologe, Universitätsprofessor und Oberschulrat; N. wurde nach philosophisch-theologischen Studien an der Universität Tübingen dort Professor der Philosophie und Theologie, 1804 Professor der Sittenlehre und Religionsphilosophie an der Universität und Oberpfarrer der dortigen evangeli­schen Gemeinde sowie später protestantischer Oberschulkommissär für Franken, 1807 Zentralschulrat im Ministerium des Innern; er war mit Schiller, Goethe, Fichte, Schelling, Hegel und Hufeland befreundet; von Montgelas wurde N. mit der Ausar­beitung eines neuen Lehrplans für Gymnasien beauftragt, seine Grundsätze, die eine Vergabelung des höheren Unterrichtes (humanistische und realistische Fächer) bei gemeinsamer Grundlage versuchen, fanden im sogenannten »Normativ« von 1808 ihre praktische Durchführung; in der Folge bestand in Bayern der Dualismus von Humanistischen und Realgymnasien; N. hat das bayerische Höhere-Schul-We­sen bis zur Gegenwart wesentlich bestimmt und hat auch schriftstellerisch (Haupt­werke: Von den Ansprüchen des gemeinen Menschenverstandes an die Philoso­phie, Versuch einer Begründung des vernunftmäßigen Offenbarungsglaubens, Be­arbeitungen der Predigten Luthers) gewirkt; als Beschützer der Erweckungsbewe­gung sorgte er für die Berufung geeigneter Theologen an die bayerischen Universi­täten.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


12-02-31/32 (Haller & Niethammer)