Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_343

Muffat Karl August, von, 1804 (Sulzbach/Oberpfalz) – 1878, Reichsarchivrat und His­toriker; Sohn eines kurfürstlichen Schloßverwalters und Bruder des Baumeisters Franz Karl M., wurde er anfangs in seinem Studiumgang gehemmt, fand aber 1825 dennoch eine Anstellung bei der königlichen Hof- und Staatsbibliothek, deren Ge­schichte er zu schreiben begann; 1832 trat er ins königliche allgemeine Reichsar­chiv über, wo er als Kanzlist angestellt, 1853 zum Sekretär und 1859 zum Rat beför­dert wurde; in den vierziger Jahren war er auch Stadtarchivar von München; bei der 700-Jahr-Feier von München 1858 hielt M. die offizielle Festrede; er ist Mitbegrün­der des historischen Vereins von und für Oberbayern (1837); seine wichtigsten Edi­tionen sind das Schenkungsbuch der ehemaligen gefürsteten Propstei Berchtesga­den, die altbayerischen Salbücher des 14. Jahrhunderts und die Urkunden des Hochstifts Würzburg von 788 bis 1287 in den Quellen und Erörterungen zur bayeri­schen und deutschen Geschichte (1. Bd., 1856, 225-364) und in den Monumenta Boica (Bd. 36b und 37).

Hauptwerke: Beschreibung und Geschichte des Schlosses Hohenschwangau, Be­schreibung der prachtvollen Fronleichnamsprozession in München (anonym), Bei­träge zur Lebensgeschichte des Herzogs Ludwig I. von Bayern, Das Bündnis des Adels und der Städte von Oberbayern v. J. 1315; Correspondenzen und Aktenstü­cke zur Geschichte der politischen Verhältnisse der Herzöge Wilhelm und Ludwig v. B. zu König Johann von Ungarn, Münchens merkwürdigste Straßen, Gebäude und Denkmale (anonym), Baugeschichte des Domes U. L. Frau in München, Beiträge zur Geschichte des bayerischen Münzwesens, Geschichte der bayerischen und pfälzi­schen Kur.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


25-13-08/09 (Muffat)