Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_342

Müller Ludwig August, Dr. jur., von, Ritter, Exzellenz, 1846 (Dachau/Obb.) – 1895, Kabinettssekretär, Polizeipräsident und bayerischer Innen- und Kultusminister; Sohn eines Beamten, besuchte M. die Volksschule in Würzburg, bestand die Reifeprü­fung beim Münchner Wilhelms-Gymnasium mit Auszeichnung (goldene Medaille); seine Universitätsstudien vollendete er in München im Maximilianeum, und 1872 trat er nach dem Staatskonkurs in den bayerischen Verwaltungsdienst (Rechtsprak­tikant bei der Regierung von Oberbayern, Bezirksamtsassessor, Regierungsrat im Innenministerium, Vorstand des Statistischen Büros), bis er unter König Ludwig II. Kabinettssekretär, 1887 Polizeidirektor von München und 1890 als Nachfolger Lutz’ Staatsminister des Innern und für Kirchenangelegenheiten wurde; als Leiter des Statistischen Amts hat er – der Vater des 1964 † Historikers, Universitätsprofessors Dr. Karl Alexander von Müller – u. a. am Zustandekommen des Flurbereinigungsge­setzes und des Landtagswahlgesetzes mitgewirkt; er spielte auch bei der Entmün­digung Ludwigs II. eine Rolle, als Polizeidirektor machte er sich durch sein liebens­würdiges und leutseliges Wesen beliebt, seiner Tätigkeit als Innen- und Kultusminis­ter ist die Gehaltsaufbesserung der Geistlichen beider Konfessionen, die Vermeh­rung der Professuren und Gymnasiallehrerstellen, die Reorganisation des Lehrplans der humanistischen und realistischen Bildungsanstalten und eine neue Prüfungsord­nung für das Lehramt u. a. zu verdanken; M. war auch schriftstellerisch tätig (juristi­sche und staatsrechtliche Arbeiten, z. B. über Reichsrecht und Landrecht in Bayern – Hirths Annalen).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


24-01-01/02 (Müller & Juri/Johannes & Miranha/Isabella)