Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_316

Mauromichalis Elias, 1800 (Sparta/Griechenland) – 1836, griechischer Offizier (Oberst), Adjutant des Königs Otto von Griechenland und Rittter des königlich-griechischen Erlöserordens; er war Führer im griechischen Befreiungskampf und ist während eines Aufenthalts in München der Cholera-Epidemie erlegen; sein von Kö­nig Ludwig I. gestiftetes und von L. von Klenze geschaffenes klassizistisches Grab­mal gehört zu den künstlerischen und kulturgeschichtlichen Denkwürdigkeiten des Südlichen Friedhofs, es ist vorne mit griechischen, hinten mit lateinischen Lettern (deutscher Text) versehen; das Epigramm dürfte von Ludwig I. selbst stammen:

»Spartas Berge verlassend beschirmt ich des inniggeliebten = Herrschers Leben und Ruhm sorgend mit treuem Bemühn = heldenmütiger Männer Geschlecht die ich oft zu den Waffen = Stätten geführt in des Kriegs leuchtenden Werken geübt = Doch mich schützte der männliche Mut und unendliche Kraft nicht = als von den Meinigen schreckliche Seuche mich schlug = O Heimat, O König, O Haus und un­mündige Kinder = lebt wohl! Klage jedoch ziehmet nicht meinem Geschlecht.«

Epigramm wurde von P. Prosper Wagner O.F.M. Cap., München, St. Anton, entzif­fert, nach dessen Angaben noch Nachkommen des Mauromichalis in Griechenland leben.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


16-01-01/02 (Mauromichalis)