Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_314

Maurer Georg Ludwig, Dr. jur., von, Ritter, 1790 (Erpolzheim bei Bad Dürk­heim/Rheinl.-Pfalz) – 1872, Rechtshistoriker, Universitätsprofessor, Ministerverweser und Staatsrat; nach Studium zu Heidelberg und Paris trat M. in den bayerischen Staatsdienst und war als Substitut, später als Appellationsrat und Staatsrat an den Gerichten der Pfalz tätig; 1826 wurde M. Professor der deutschen Rechts­geschichte und des deutschen Privatrechts an der Universität München und Mit­glied der BAkdW; um zu verhindern, daß M. einem Ruf nach Göttingen folgte, er­nannte ihn Ludwig I. 1829 zum Staatsrat im außerordentlichen Dienst, damit be­gann die Periode der staatsmännischen Wirksamkeit Ms.; seit 1831 Reichsrat der Krone Bayern, war er 1832/34 Mitglied des Regentschaftsrats für König Otto von Griechenland, zusammen mit K. von Abel, wo er ein Strafgesetzbuch, eine Ge­richts- und Notariatsordnung sowie Verfahrungsordnungen für Straf- und Zivilver­fahren für Griechenland verfaßte; 1847 war M. Ministerverweser des Justizministe­riums und des Ministeriums des Königlichen Hauses und des Äußern sowie Staats­rat; M. hat sich durch seine rechtsgeschichtlichen Forschungen sehr verdient ge­macht.

Hauptwerke: Geschichte des altgermanischen Rechtsverfahrens, Historische Dar­stellung der deutschen Gemeindeverfassung (12 Bde.).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


ML-086/087 (Maurer)