Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_312

Mannhardt Johann, 1798 (Pürstling b. Schliersee/Obb.) – 1878, Mechaniker, Uhrma­cher und technischer Erfinder; M. erlernte das Uhrmacherhandwerk, baute 1826 für den Kirchturm von Egern am Tegernsee eine Uhr mit Triebwerk von ganz abwei­chender Konstruktion und übersiedelte 1844 nach München, wo er eine neue Plom­biermaschine und Ölmühle sowie die eisernen Oberlichtdachstühle für die Münch­ner Pinakothek konstruierte, auch baute M. Bohr-, Hobel- und Räderschneidmaschi­nen, Drehbänke, Torfpressen, Hechelmaschinen, Kraftstühle u. a., die wie seine Werkzeuge, verbesserten Schraubstöcke u. a. weite Verbreitung fanden; nament­lich lieferte er Turmuhren für fast alle europäische Staaten und Amerika, seine freie Hemmung bewährte sich vorzüglich, und für den Rathausbau in Berlin baute er ein Werk mit freier Pendelbewegung und nur zwei Rädern; er stellte auch eine Uhr her, die zugleich mit der Schärfe eines Thermometers arbeitet und schon bei 2º Tempe­raturunterschied den 100. Teil einer Linie als Schwingungsdifferenz abzulesen ge­stattet; seine Verbesserungen bezeichnen den Beginn einer neuen Periode für die genaue Zeitmessung.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


MR-185 (Mannhardt)