Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_293

Lerchenfeld Max, von, Freiherr, 1778 (Ingolstadt) – 1843, bayerischer Finanzminis­ter; nach Studien zu Ingolstadt (Gymnasium und Universität) und an der Diploma­tenschule in München wurde L. 1802 Gehilfe des Freiherrn von Hertling, der als Zi­vilkommissär die neuerworbenen Gebiete in Schwaben für Bayern in Besitz nahm; 1803 wurde er Rat bei der Landesdirektion für Schwaben in Ulm, 1805 Direktor der dortigen Staatsrechtlichen Abteilung, wobei ihm die Regelung der Grenzverhältnis­se mit Württemberg übertragen wurde; er war dann Generalkommissär in Nürn­berg (1809) und in Innsbruck (1810) wo er sich bei den Tirolern durch beruhigende Politik beliebt machte; 1814 war L. Hofkommissär für die Übernahme des Großher­zogtums Würzburg und von 1817 bis 1825 Finanzminister; dabei hatte er die schwierige Arbeit bei der Ordnung des Staatshaushalts; auch bei der Ausarbeitung der bayerischen Verfassung von 1818 war er führend beteiligt, von 1826 – 1833 Bundesabgeordneter in Frankfurt, wurde er 1833/34 wieder Finanzminister, 1835 – 1842 bevollmächtigter Minister in Wien und 1842 wieder Bundestagsgesandter in Frankfurt; L. setzte sich tatkräftig für die Aufrechterhaltung der bayerischen Verfas­sung gegenüber den Bestrebungen von Metternichs und den Karlsbader Beschlüs­sen durch; er war ein entschiedener Gegner des Konkordats von 1817 und erreich­te, daß die »Tegernseer Erklärung« nur in abgeschwächter Form verkündet wurde.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


ML-193/194 (Lerchenfeld)