Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_268

Kleinschrod Karl Josef, von, Freiherr, Dr. jur., 1797 (Würzburg) – 1866, bayerischer Justizminister, Appellationsgerichtspräsident und Reichsrat der Krone Bayern; er studierte in Würzburg 1813/18 Philosophie und Rechte (u. a. bei seinem Oheim, dem berühmten Strafrechtler Gallus Aloys K.), nach seinem Staatskonkurs (1821) trat er in den bayerischen Gerichtsdienst (Assessor und Rat beim Kreis- und Stadt­gericht Aschaffenburg, bei den Appellationsgerichten Bamberg und Ansbach und seit 1841 Rat beim Oberappellationsgericht in München); 1848 wurde K. Ministeri­alrat im Justizministerium, 1848 auch Mitglied der Frankfurter Nationalversamm­lung, von 1849–1854 war er Justizminister, dann Präsident des Appellationsgerichts für Schwaben und Neuburg; als Staatsminister der Justiz hat K. 21 Gesetze durch­geführt, namentlich über Presse, Gerichtsverfassung, Bürgerrecht der Israeliten, Jagdausübung und Wildschadenersatz und das Forstgesetz; seine letzte Arbeit ist »Wie Bayern trotz der Ereignisse des Jahres 1866 seine bisherige staatsrechtliche Stellung dauernd bewahren könne?«; K. ist es auch mit zu verdanken, daß in Bay­ern (1862) Justiz und Verwaltung voneinander getrennt wurden.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


NA-006 (Kleinschrod)