Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_231

Hermann Friedrich Benedikt Wilhelm, Dr. jur., von, 1796 (Dinkelsbühl) – 1868, Natio­nalökonom, Staatsrat und Universitätsprofessor; er wurde anfangs als Gehilfe in ei­ner Rechnungskanzlei verwendet, erwarb sich später in Erlangen humanistische Bil­dung, trieb dort und in Würzburg mathematische und kameralistische Studien, lei­tete 1817 in Nürnberg eine Privatanstalt, wurde 1821 Gymnasiallehrer für Mathe­matik und Physik in Erlangen, wo er sich habilitierte; seit 1827 Universitätsprofes­sor zu München, wurde H. 1835 Mitglied der BAkdw, 1845 Ministerialrat, 1850 Vor­stand des Statistischen Bureaus, 1852 Vertreter Bayerns auf der Wiener Zollkonfe­renz und 1855 Staatsrat; er ist der Gründer der Großdeutschen Partei und war Mit­glied des Großdeutschen Verfassungsausschusses, ein hervorragender Statistiker, gemäßigter Schutzzöllner, scharfsinniger Denker (deduktive Methode), zeichnete sich auch durch klare Begriffsentwicklung (Preis, Kosten usw.) aus; dieser bedeuten­de Schüler von Adam Smith hat die Entstehung des deutschen Zollvereins geför­dert.

Hauptwerke: Industrieausstellung zu Paris 1839, Staatswirtschaftliche Untersuchun­gen, Beiträge zur Statistik des Königreichs Baiern, Lehrbuch der Algebra und Arith­metik.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


NA-011 (Hermann)