Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_215

Haushofer Karl, Dr., von, 1839 (München) – 1895, Mineraloge und Professor; Sohn des Landschaftsmalers Max H., studierte in Freiberg und München, wo er sich als Privatdozent der Mineralogie habilitierte; bei der Gründung der Münchner Techni­schen Hochschule wurde H. Professor der Mineralogie und Eisenhüttenkunde; seit 1889 war er Direktor, seit 1892 Mitglied des obersten Schulrats in Bayern; mit sei­nen Untersuchungen »Über den Asterismus und die Brewsterschen Lichtfiguren am Calcit« betrat H. eine Bahn, die seither zu sehr wichtigen Resultaten auf dem Ge­biet der Kristallphysik geführt hat; der chemischen Seite seiner mineralogischen Ar­beiten gehört die Schrift »Die Konstitution der natürlichen Silikate« sowie die Un­tersuchung über die Zersetzung des Granits durch Wasser an, während ihn in spä­terer Zeit das krystallographische Studium zahlreicher organischen Verbindungen beschäftigte; außerdem machte er auch noch Studien über den Ausbau der mikro­chemischen Methoden, ferner entwarf H. geologische Landschaftsbilder (Unter­richtswandtafeln) und verfaßte den »Leitfaden zur Bestimmung der Mineralien«; H. ist auch Mitbegründer des Deutschen Alpenvereins.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


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