Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_214

Hauner August, Dr. med., von, 1811 (Neumarkt a. d. Rott/Obb.) – 1884, Kinderarzt und Universitätsprofessor; H. studierte Medizin in München und Wien und übte von 1837 bis 1845 eine Privatpraxis in Thann (Ndb.) und in Murnau (Obb.) aus, dann siedelte er nach München über, wo er 1853 Honorarprofessor wurde; in Mün­chen wandte sich H. vorzüglich der Kinderheilkunde zu und kam auf diesem Gebiet zu großer Wirksamkeit; bereits 1845 hatte er in München ein Privatspital für kranke Kinder und im selben Jahr nach seiner Habilitation an der Universität München den klinischen Unterricht über Kinderkrankheiten begonnen; jährlich gab er Berichte über das Kinderspital heraus, seine dort und in einer ausgedehnten Privatpraxis ge­sammelten Erfahrungen veröffentlichte H. in seinen »Beiträgen zur Pädiatrik« (seit 1861).

Hauptwerk: Grundzüge zur physischen Erziehung der Kinder; in der Begründung eines größeren öffentlichen Kinderspitals liegt sein Hauptverdienst; seiner aufop­fernden Ausdauer gelang es, unter Beihilfe hochherziger Gönner aus allen Bevölke­rungsschichten die Mittel zur Herstellung eines solchen zu gewinnen; am 15.V.1882 wurde das sehr zweckmäßige, heute noch bestehende, Kinderspital an der Lind­wurmstraße seiner Bestimmung übergeben, zwei Jahre darauf erlag er einem lan­gen Siechtum; das Haunerische Kinderspital bleibt ein dauerndes Denkmal seines Namens.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


11-08-57 (Hauner)