Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_196

Graf Karl, Dr. med., von, 1801 (München) – 1883, Obermedizinalrat; nach humanisti­schen Studien in seiner Heimat München studierte G. in Landshut Naturwissen­schaften und Medizin und wurde Assistent am Allgemeinen Krankenhaus in Mün­chen, später wurde er Leibarzt der Königin Karoline und Mitglied des Obermedizi­nalausschusses; dieser scharfe Beobachter und kenntnisreiche Arzt beschäftigte sich vornehmlich mit Volkskrankheiten, Cholera und Typhus, die München seinerzeit sehr heimsuchten und schrieb darüber in den medizinischen Fachzeitschriften; G. war ein scharfer Beobachter, reich an medizinischen Kenntnissen und allseitiger Bil­dung, der großes Vertrauen bei den Münchnern genoß; der beliebte Arzt war Gründer der ärztlichen Kreisvereine, der Ärztekammer und des Pensionsvereins für Witwen und Waisen bayerischer Ärzte sowie Mitbegründer des Münchner ärztli­chen Vereins, der sich vor allem für die sozialen Belange der Mediziner einsetzt.

Hauptwerke: Versuch einer Darstellung des Choleramorbus, Über das im Jahre 1840/41 in München herrschende Schleim-Fieber (febris typhosa).

© Dr. phil. Max Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


28-01-16 (Graf)