Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_186

Goenner Nikolaus Thaddäus, Dr. phil., von, 1764 (Bamberg) – 1827, Jurist, Universi­tätsprofessor und Staatsrat; Sohn eines domkapitularischen Kastners und Rechnungsrevisors am fürstbischöflichen Vikariat zu Bamberg, studierte G. in seiner Va­terstadt und Göttingen und praktizierte beim Reichskammergericht in Wetzlar; 1792 wurde er Professor des römischen, dann auch des Staatsrechts in Bamberg; als solcher kam G. 1799 nach Ingolstadt und 1800 nach Landshut; 1811 wurde er Mitglied der Kommission zur Ausarbeitung des neuen bayerischen Gesetzbuchs in München, 1812 Direktor des Appellationsgerichts des Isarkreises, 1815 Geheimer Justizreferendar und 1817 Geheimrat sowie Staatsrat; als Anhänger der philoso­phisch-juristischen Schule, zu deren einflußreichsten Häuptern er gehörte, über­nahm er 1826 an der Münchner Universität das Lehramt für philosophische Rechts­wissenschaft; er hatte bereits das Bamberger Strafgesetzbuch durch viele Milde­rungen umgearbeitet, war Lehrer Ludwigs I. und Mitarbeiter bei der Herausgabe der bayerischen Staatsdienerpragmatik.

Hauptwerke: Auserlesene Rechtsfälle (4 Bde.), Handbuch des deutschen gemeinen Prozesses (4 Bde.), Deutsches Staatsrecht, Archiv für die Gesetzgebung und Re­form des juristischen Studiums, Kommentar über das Hypothekengesetz für Bayern (2 Bde.), (zusammen mit Schmidtlein) Jahrbücher der Gesetzgebung und Rechts­pflege im Königreich Bayern (3 Bde.), Über Kultur und Verteilung der Gemeinde­weiden, Der Staatsdienst; seine bedeutendste gesetzgeberische Leistung ist die auf den Grundsätzen der Publizität und Spezialität beruhende Neuordnung des bayerischen Hypothekenwesens, die durch das Hypothekengesetz und die Priori­tätsordnung vom 1. Juni 1822 erfolgt ist.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


08-10-41 (Gönner)