Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_18

Adam Franz, 1815 (Mailand) – 1886, Pferde- und Schlachtenmaler; auch er bildete sich bei seinem Vater Albrecht A., auf der Kunstakademie in München, besonders aber auf weiten Studienreisen quer durch Deutschland, Italien, Österreich und Un­garn für sein künstlerisches Schaffen aus; er blieb der treueste Mitarbeiter seines Vaters, dessen Bilder er auf Stein zeichnete (»Voyage pittoresque« 1827/33) und unter dessen Einfluß seine ersten Pferde- und Schlachtenbilder entstanden, erst in den vierziger Jahren machte er sich aber von den Rezepten seines Vaters frei; Franz A. gehört zu den vorzüglichsten malerischen Talenten der Münchner Schule überhaupt; in seinen offiziellen Schlachtenbildern wird die malerische Form von den stofflichen Interessen und Ansprüchen naturgemäß stark in den Hintergrund gedrängt, dagegen zeigen kleinere, geschichtlich und monumental weniger ver­pflichtende Arbeiten (wie Szene aus dem österreichisch-italienischen Krieg) eine Reife der malerischen Erscheinung, die zielbewußt nach der Richtung weist, in der für die folgenden Jahrzehnte die Probleme der Münchner Malerei lagen.

Hauptwerke: Reiterporträt des Herzogs Philipp von Württemberg, Rückzug von Solferino, Der letzte Tropfen Wein, Vor dem Ausritt, Aus dem deutschen Kriege, Er­stürmung des Eisenbahndamms bei Orleans, Ungarischer Pferdemarkt.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


27-01-25 (Adam)