Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_174

Fuchs Johann Nepomuk, Dr. med., von, 1774 (Mattenzel/Bayerischer Wald) – 1856; Mineraloge, Chemiker, Oberberg- und Salinenrat, Universitätsprofessor und Gehei­mer Rat; aus ärmlichen bäuerlichen Verhältnissen kommend, studierte F. in Wien und Heidelberg, arbeitete beim Geologen Werner in Freiberg und schloß seine mi­neralogischen Studien in Berlin und Paris ab; 1807 wurde F. Professor der Mineralo­gie und Chemie in Landshut (Freundschaft mit J. M. Sailer), 1823 Konservator der mineralogischen Sammlung bei der BAkdW in München und seit 1826 Professor daselbst, außerdem Oberberg- und Salinenrat, Mitglied des Obermedizinalaus­schusses, Mitbegründer des Polytechnischen Vereins und 1852 Geheimer Rat und Mitglied der AkdW von München, Wien und Berlin; F. entdeckte u. a. das soge­nannte Wasserglas (1825) und mit J. Schlotthauer zusammen die Stereochromie, eine der Freskomalerei ähnliche Technik der Wandmalerei bei Anwendung von Wasserglas (1825); er ist auch der Begründer des »Neu-Neptunismus« (Neptunis­mus, eine von A. G. Werner – 1749–1817 – verfochtene Auffassung, alle Gesteine, auch die kristallinen, hätten sich aus wäßrigen Lösungen ausgeschieden; heute ver­altet; Gegensatz: Plutonismus!); nach ihm heißt ein Mineral »Fuchsit«; F. war einer der größten Mineralogen in neuester Zeit.

Hauptwerke: Analyse eines wackeartigen, noch unbekannten Fossils, Bereitung, Ei­genschaften und Nutzanwendung des Wasserglases mit Einschluß der Stereochro­mie, Neue Methode, das Bier auf seine wesentlichen Bestandteile zu untersuchen.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


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