Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_173

Fraunhofer Josef, von, 1787 (Straubing) – 1826, Optiker, Professor, Konservator und technischer Erfinder; F. ist als 14jähriger Glasschleiferlehrling beim Einsturz eines Hauses an der Thiereckstraße 3 verunglückt; dadurch wurden J. von Utzschneider, G. von Reichenbach und J. Liebherr auf das Talent des Knaben aufmerksam und F. trat in deren Institut ein; gemeinsam mit den beiden ersten gründete er 1809 ein eigenes Institut; die ersten Erfindungen dieses reinen Autodidakten waren ein Sphärometer, ein hochempfindlicher mechanischer Taster, die Herstellung völlig ho­mogenen Flint- und Crownglases; nach Veröffentlichung der ersten genauen Be­stimmung der von ihm entdeckten dunklen Linien im Sonnenspektrum (sogenannte Fraunhofersche Linien) in den Schriften der BAkdW konstruierte F. sein erstes gro­ßes Teleskop, dem die Erfindung des Heliometers zur Messung von Durchmesser und Entfernungen der Planeten folgte; kurz vor seinem frühen Tod (er starb an ei­nem Brustleiden, das er sich vermutlich durch seine Arbeiten am Schmelzofen zu­gezogen hat) gelang ihm noch die Konstruktion des für Dorpat bestimmten Riesen­diopters von 9 Zoll Objektivöffnung und 160 Zoll Länge; 1823 wurde F. Mitglied der BAkdW, Professor und Konservator des Physikalischen Kabinetts; »Approxima­vit sidera« (= er hat die Gestirne nähergerückt) stand auf dem früheren Grabmal; F. gehörte zu den größten Optikern, sein Name hat internationalen Klang.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


AA-12 (Fraunhofer)