Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_172

Fraas Nikolaus Karl, Dr. nat., 1810 (Rattelsdorf/Ofr.) – 1875, Naturwissenschaftler und Universitätsprofessor; nach Gymnasialstudien zu Bamberg und medizinisch-botanischen auf der Universität in München wurde F. Assistent am Botanischen Gar­ten und später medizinischer Praktikant im städtischen Krankenhaus in München bei Ph. F. von Walther, dann kam F. als Hofmeister 1835 nach Griechenland, wo er zusammen mit anderen in Athen eine Akademie für Naturwissenschaften, den ers­ten botanischen Garten am Cheissos und die erste Baumschule zu Thyrinth gründe­te; 1843 nach Bayern zurückgekehrt, wurde er Professor der Landwirtschaft in Frei­sing-Weihenstephan und hatte die Aufsicht über die große dortige Maulbeerpflan­zung, seit 1847 Hochschullehrer in München für Land- und Volkswirtschaft; seiner Fehde mit J. von Liebig, der die absolute Bodenaussaugung im Laufe der Jahrhun­derte behauptete, entsprangen die Schriften »Die Ackerbaukrisen und deren Hei­lung« und »Bavaria rediviva«, doch kostete dieser Gelehrtenstreit seine Abberu­fung als Generalsekretär des Landwirtschaftlichen Vereins; außer vielen Schriften (Klima und Pflanzenwelt, Historischer Grundriß der Landwirtschaft, Schule des Landbaues, Die Natur u. a.) ließ er auch das landwirtschaftliche Blatt »Die Schran­ne« erscheinen; mit seinem Tod schied die Landwirtschaftslehre aus dem Universi­tätsverband aus; sein Landgut in Neufreimann war musterhaft.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


33-05-05 (Fraas & Haushofer)