Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_170

Föringer Heinrich, von, 1802 (München) – 1880, Bibliothekar, Hofrat und Mitbegrün­der des historischen Vereins von und für Oberbayern; Sohn eines Mesners vom Herzogspital, beschäftigte sich F. schon als Kind mit Geschichte, Sprachen und Mu­sik, jeden ersparten Pfennig brachte er zum Antiquar, nach philosophisch-juristi­schen Studien in Landshut, Würzburg und Heidelberg und ausgedehnten Reisen wurde er 1826 Rechtspraktikant beim Landgericht München Rechts der Isar, aber schon 1827 trat er bei der bayerischen Hof- und Staatsbibliothek ein (seit 1828 Praktikant); daneben besuchte er noch Kollegien an der Universität München (vor allem bei K. Mannert, Ocken und Schelling); 50 Jahre war er Kustos (zuletzt Oberbi­bliothekar) an der Münchner Staatsbibliothek (in der Abteilung Jurisprudenz und Handschriften), er war auch Bibliothekar und Archivar des von ihm mitbegründeten historischen Vereins von Oberbayern und Privatbibliothekar König Ludwigs I. sowie Mitglied der BAkdW; über seine Teilnahme an der Gründung des historischen Ver­eins schreibt F. selbst in seinem Tagebuch: »Was will ich machen? Ich kann und will mich den Zwecken des Vereins, die so innig mit dem innersten Streben meiner See­le zusammenhängen, nicht entziehen.«

Hauptwerke: Zur Jugendgeschichte Maximilians I., Der Landtag zu Ranshofen, kriti­sche Untersuchung des Schwabenspiegels und des Rechtsbuchs Kaisers Ludwig, Erwerbung der Mark Brandenburg durch das Luxemburgische Haus; der eng mit seiner Heimat verbundene Gelehrte war Freund von J. J. von Görres, Graf von Poc­ci, J. N. von Ringseis, J. A. Schmeller und den Brüdern Boisserée.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


25-12-21 (Föringer)