Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_167

Ertel Traugott Leberecht, von, 1778 (Oberforchheim bei Freiberg in Sachsen) – 1858, Mechaniker und Techniker; E., in Wien und Budapest vielseitig geschult, ließ sich 1804 als Instrumentenmacher in Wien nieder, trat nach Fortbildung in Buda­pest 1806 in die Werkstätte von Reichenbach, Utzschneider und Liebherr ein und wurde dort bald die erste Kraft; seiner Geschicklichkeit und Tätigkeit wegen nahm ihn Reichenbach nach Ausscheiden Liebherrs und Utzschneiders 1815 als Teilhaber in sein Institut auf, das E. 1821 völlig übernahm; unter ihm erfuhr das nach ihm spä­ter benannte Institut einen bedeutenden Aufschwung, so daß es immer mehr er­weitert werden mußte; Es. Instrumente wurden z. B. an der Sternwarte Sydney, für Bessels ostpreußische Gradmessung und bei den Triangulationen des amerikani­schen Coast and Geodetic Survey verwendet; die Triangulierung in Bayern wurde mit Es. Repetitionstheodoliten ausgeführt, ebenso später in Baden, Württemberg, Spanien und Italien; als E. »starb, beschäftigte er an die 100 Arbeiter und hinterließ eine in der Welt führende Firma«.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


AA-02 (Ertel)