Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_149

Deutinger Martin (d. J.), Dr. phil. et theol., 1815 (Schachtenmühle bei Langenprei­sing, Lkr. Erding/Obb.) – 1864, katholischer Theologe, Philosoph und Universitäts­professor; von seinem gleichnamigen Oheim gefördert, studierte D. in Dillingen und München (bei F. von Baader, J. von Görres und F. W. von Schelling), wurde Priester und nach Verwendung in der Seelsorge 1841 Lehrer der Philosophie in Freising und 1846 Universitätsprofessor in München, später auch Mitglied der BAkdW; wegen seiner von der herkömmlichen Auffassung abweichenden Lehre wurde D. 1847 nach Dillingen versetzt, seit 1852 war er aber wieder rehabilitiert und als Universitätsprofessor und Universitätsprediger in München tätig; D. ver­suchte im Kampf gegen Hegel einerseits und gegen den Materialismus andrerseits eine Versöhnung von Glauben und Wissen anzubahnen, auch als Ästhetiker war er hervorragend; F. von Baaders Philosophie entwickelte er weiter, sich ganz in den Gedanken des spekulativen Theismus bewegend; D. ist die bedeutendste Gestalt der »deutschen« (vor- und neuscholastischen) katholischen Theologie in der zwei­ten Hälfte des l9. Jahrhunderts.

Hauptwerke: Grundlinien einer positiven Philosophie als vorläufiger Versuch einer Zurückführung aller Teile der Philosophie auf christliche Prinzipien, 8 Bde., Verhält­nis der Kunst zum Christentum, Deutscher Dichterwald, Briefe über Musik, Ge­schichte der griechischen Philosophie, Das Prinzip der neueren Philosophie und die christliche Wissenschaft, Verhältnis der Poesie zur Religion.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


42-01-08 (Deutinger)