Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1413

Wymetal Wilhelm, Dr. jur., von, Ritter, 1839 (Wien) – 1896, Jurist und Schriftsteller; er studierte in seiner Heimatstadt Rechte, widmete sich dann aber hauptsächlich den Kunstwissenschaften und unternahm seit 1872 ausgedehnte Reisen, zumeist als Berichterstatter großer Tageszeitungen, lebte von 1882-1891 in Nordamerika und seit 1895 in München; nachdem er den Posten eines Konservators am Belvede­re nicht erhielt, verließ er Wien und trieb sich als »Vagabund-« oder »Wilhelm der Irrfahrer« (Pseudonym: »W. Wylt«) unstet zwei Jahrzehnte herum; W. verfügte über einen gewandten Stil, übte rücksichtslose, durchaus subjektive und dennoch unpar­teiische Kritik; sein herber Spott grenzte infolge körperlicher Leiden später an Weltschmerz und düstere Lebensbetrachtung; er war ein Freund F. von Lenbachs (»Gespräche mit Lenbach«) und konnte selbst malen und Klavier spielen (Werke von Haydn, Beethoven, Schubert und vor allem Mozart).

Hauptwerke: außer Feuilletons und Essays: Mein Tagebuch im Prozeß Sonzogno, Spaziergänge in Neapel, Sorrent, Pompeji usw., Maitage in Oberammergau, Aus Ti­zians Tagen, Der Christus-Mayr-Neue Studien aus Oberammergau.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


25-08-21 (Wymetal)