Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1407

Winter Peter, von, 1754 (Mannheim) – 1825, Komponist und Hofkapellmeister; er wurde schon mit 10 Jahren ins Hoforchester seiner Heimatstadt aufgenommen, war in der Komposition Schüler von Abbe Vogler und kam nach kurzem Wirken am Mannheimer Hoftheater mit Kurfürst Karl Theodor nach München, wo er 1788 Hof­kapellmeister wurde und sich durch ausgedehnte Studien- und Konzertreisen nach Wien (Unterricht bei Salieri) und Prag, durch Frankreich, England und Italien weiter­bildete; W. ist Schöpfer zahlreicher Opern und Singspiele (Das unterbrochene Os­terfest, Maria von Montalban, Kantate »Timoteo«) und vor allem kirchlicher Stücke (26 Messen, darunter zwei Pastoralmessen, drei Tedeum, drei Stabat Mater, ein Ma­gnificat und sieben Tantum Ergo; für die evangelische Hofkirche verfaßte er sieben Kantaten und das Oratorium »Der sterbende Jesus«); in der Periode zwischen Mo­zarts Tod und Beethovens »Fidelio« war W. im Fach der ernsten Oper unstreitig der erste deutsche Komponist (Max Diez), er, ein sehr fruchtbares, aber vielfach nicht besonders reiches Talent, wußte die deutsche Gesangsweise glücklich mit der italie­nischen Schule zu verschmelzen.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


MR-309 (Winter)