Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1395

Weiller Kajetan, Dr. phil., von, 1762 (München) – 1826, Priester Philosoph und Päd­agoge; W. war einige Zeit Novize in Benediktbeuern, nach kurzer Tätigkeit in der Seelsorge wurde er Hofmeister, Mitglied der BAkdW, Professor und Direktor des Münchner Wilhelms-Gymnasiums und Lyzeums, als solcher wollte W. die dortige Studien-(ehemalige Karmeliten-)Kirche in einen »Tempel des geläuterten Christen­tums« verwandeln; seine philosophischen und pädagogischen Schriften sind ziem­lich aufgeklärt.

Hauptwerke: Über den nächsten Zweck der Erziehung nach kantischen Grundsät­zen, Versuch eines Lehrgebäudes der Erziehungskunst, Ideen zur Geschichte der Entwicklung des religiösen Glaubens, Über die religiöse Aufgabe unserer Zeit, Was ist Christentum?; gegen die letzten Schriften mußte die kirchliche Behörde vorge­hen; seine letzte Arbeit »Der Geist des ältesten Katholizismus als Grundlage für je­den späteren« steht aber wieder auf dem kirchlichen Standpunkt; W. ist ein typi­scher Vertreter der aufgeklärten Philosophie um 1800.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


AA-94 (Thiereck & Weiller)