Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1381

Voelderndorff Otto, von, Freiherr, Dr. jur., 1825 (Zweibrücken) – 1899, Ministerialrat, Publizist, Staats- und Geheimer Rat; nach seinem Staatskonkurs war V. seit 1854 Se­kretär im Justizministerium, 1862 Handelsappellationsrat, seit 1867 Ministerialrat im Außenministerium; mit gleichgesinnten jungen Männern war er Mitglied der stu­dentischen Vereinigung Novathenia, an der Universität pflegte er nebenbei Fremd­sprachen und schöne Literatur, dazu kam in den fünfziger Jahren ein reger Verkehr mit Doenniges und J. von Liebig; V. sagt, er habe das Plaudern hier gelernt; so wur­de er Schriftsteller, und seine bekannteste literarische Arbeit sind die »Harmlosen Plaudereien eines alten Münchners«, humorvoll, geistreich und flüssig geschrieben und alle Gebiete, Politik, Gesetzgebung, Reisen, Selbstbekenntnisse, Literatur und Theater behandelnd; seine ziemlich antikatholische Einstellung läßt sich hier nicht verleugnen; Ästhet ist er sein Leben lang geblieben, auch in der Politik.

Hauptwerk: Zivilgesetzstatistik.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


14-12-17/18 (Völderndorff)