Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1356

Thiersch Ludwig, 1825 (München) – 1909, Historien- und Kirchenmaler; jüngster Sohn des Philologen F. W. von Th., studierte er auf der Münchner Kunstakademie erst als Bildhauer bei L. M. von Schwanthaler, dann als Maler bei P. von Hess, J. Schnorr von Carolsfeld und K. Schorn; während seines längeren Aufent­halts in Rom widmete er sich besonders älteren Meistern, namentlich auch den al­ten Mosaiken in den dortigen Basiliken, 1852 ging er nach Athen, wo er Professor der Malerei wurde, 1856 malte er die Fresken der Wiener griechischen Kirche, 1860–1864 führte er in St. Petersburg (= Leningrad) in den Palastkapellen der Groß­fürsten Michael und Nikolaus in stereochromischer Manier Gemälde auf Goldgrund aus; seit 1864 schuf er in München viele historische (Charon der Seelenführer, Ala­rich in Athen, Triumphzug des Bacchus) und Altargemälde (u. a. für die protestanti­schen Kirchen in München [St. Markus = »Himmelfahrt Christi«], Kempten und Bad Reichenhall, für die neue griechische Kirche in London und das syrische Waisenhaus in Jerusalem); daneben malte Th. auch Genreszenen mit Motiven aus den bayeri­schen Bergen.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


41-01-16/17 (Hacker & Podlech & Thiersch)