Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1355

Thiersch Friedrich Wilhelm, Dr. phil. et theol., von, 1784 (Kirchscheidungen bei Frei­burg a. d. Unstrut) – 1860, Altphilologe, Geheimer Rat, Universitätsprofessor und Präsident der BAkdW; er studierte in Leipzig und Göttingen und wurde 1809 als Professor an das neueingerichtete Wilhelms-Gymnasium in München berufen, wo er der Begründer der philologischen Studien in Bayern (»Praeceptor Bavariae«) wurde; bei den damaligen von J. Chr. von Aretin ausgehenden Verfeindungen ge­gen die Nordlichter wurde er wegen seiner Schrift »Über die angenommenen Un­terschiede zwischen Süd- und Norddeutschland« heftig angegriffen (Mordan­schlag!); das von Th. gestiftete Philologische Institut wurde 1812 mit der BAkdW und 1826 mit der Münchner Universität vereinigt; wie er sich im Befreiungskrieg 1813 mannhaft betätigte, so bewies er auch wärmste Anteilnahme für den griechi­schen Freiheitskampf; während seines Aufenthalts in Griechenland 1831/32 trug er dazu bei, dort eine günstige Stimmung für Bayern zu schaffen, die die Berufung König Ottos zur Folge hatte; seit 1848 war Th. Präsident der BakdW.

Hauptwerke: Acta philologorum Monacensium, Griechische Grammatik, vorzüglich des homerischen Dialekts, Über die Epochen der bildenden Kunst unter den Grie­chen, Über gelehrte Schulen – mit besonderer Berücksichtigung auf Bayern.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


41-01-16/17 (Hacker & Podlech & Thiersch)