Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1315

Soeltl Johann Michael, Dr. phil., von, 1797 (Neunburg vorm Wald) – 1888, Historiker, Universitätsprofessor, Geheimer Haus- und Staatsarchivar und Geheimer Hofrat; er studierte in München und Landshut, war kurze Zeit Gymnasiallehrer in Aschaffen­burg und am Münchner Erziehungsinstitut, studierte dann wieder in Göttingen, um schließlich Professor der Geschichte in München zu werden; wurde aber nach 1835 zeitweise beurlaubt, weil seine »Geschichte der Deutschen« nach Ansicht des Erz­bischöflichen Ordinariats von München und Freising nicht im kirchlichen Sinn ge­schrieben war; dafür betraute ihn Kronprinz Maximilian (später Max II.) mit histori­schen Arbeiten, u. a. »Der Religionskrieg in Deutschland« (wo er Kurfürst Max I. so charakterisiert: »Welch ein Mann, wären nicht die Jesuiten seine Erzieher gewesen!«); unter Max II. wurde S. wieder Universitätsprofessor für bayerische und deutsche Geschichte; um für Sybel Platz zu schaffen, wurde S. zum Vorstand des königlichen Geheimen Hausarchivs später auch des Geheimen Staatsarchivs – mit dem Titel eines Geheimen Hofrats ernannt.

Hauptwerke: Heinrich IV. – Kaiser und König der Deutschen -, C. J. Cäsar, Ästhetik in Mitteilungen an eine deutsche Frau; auch poetische Arbeiten (Konradin – ein Balladenzyklus) und Dichtungen (wie Gustav Adolf und Der Untersberg) stammen von ihm.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


42-03-01/02 (Söltl)