Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1304

Senefelder Alois, 1771 (Prag) – 1834, Vervollkommner des Steindrucks und »Inspek­tor der Lithographie«; er wollte eigentlich Schauspieler werden; um Notentexte bil­lig herzustellen, kam er durch Zufall auf das Steindruckverfahren, das eigentlich von dem Kanoniker an der Münchner Frauenkirche, Simon Schmid, her bereits bekannt, aber nicht verwertet worden war; S. wird also nicht ganz zu Recht der »Erfinder« der Lithographie genannt; er verkaufte die Erfindung an den Musikverleger Andreé nach Offenbach und gründete 1806 in München selbst eine chemische Steindrucke­rei, drei Jahre später wurde dem »königlichen Inspektor der Lithographie« die Auf­sicht über die königliche Steindruckerei, die vorzüglich mit der Herstellung der Steuerkataster und Landkarten betraut war, übertragen; 1833 war S. die Erfindung geglückt, die auf Stein getragenen Ölgemälde auf Leinwand zu drucken, nachdem er bereits 1826 die Herstellung des ersten Farbendrucks ermöglicht hatte; seine Er­findung war für die Reproduktionstechnik, die in den folgenden Jahrzehnten durch die Fa. Hanfstaengl ungeheuren Aufschwung erlebte, von ausschlaggebender Be­deutung.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


05-02-01 (Senefelder)