Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1290

Seidl Gabriel, Dr. Ing., von, 1848 (München) – 1913, Baumeister und Akademiepro­fessor; S. stammt aus einer kunstfördernden Münchner Bäckerfamilie; nach Besuch der Latein- und Gewerbeschule, des Polytechnikums und der Technischen Hoch­schule in München (Schüler von Gottfried Neureuther) praktizierte er zunächst in der Maffeischen Maschinenfabrik; er nahm am Feldzug 1870/71 teil und betätigte sich dann hauptsächlich im Privatbau, wobei er auf die Innendekoration großen Wert legte; seine Werke sind im Stil der Neu-Romanik und der Neu-Renaissance.

Hauptwerke: St.-Anna- und St.-Rupert-Pfarrkirchen, Bayerisches Nationalmuseum mit Landesamt für Denkmalspflege und Neuer Sammlung, Lenbach-Villa, Künstler­haus, Palais Schrenck-Notzing, Ruffini-Haus; als Baumeister hat S. »um die Jahrhun­dertwende die Hegemonie in Händen gehabt« (S. von Pölnitz); (sein Bruder Emanu­el von S., auch Baumeister, Schöpfer des Deutschen Museums, liegt im Münchner Waldfriedhof bestattet).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


ML-SP-2-20 (Seidl)