Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1281

Schwanthaler Ludwig Michael, von, Dr. phil., 1802 (München) – 1848, Bildhauer und Akademieprofessor; er stammt aus einer Bildhauer-Familie aus dem Innviertel (das bis 1779 zu Bayern gehörte); Sohn des Bildhauers Franz Xaver Sch., besuchte er das Gymnasium und die Kunstakademie seiner Vaterstadt und übernahm nach dem frühen Tod seines Vaters dessen Geschäft; sein erstes bedeutsames Werk waren die Modelle zu durchbrochenen Silberreliefs zu einem Tafelaufsatz, ein reicher Zy­klus aus der antiken Götter- und Heroenwelt; durch diese Arbeit wurde Ludwig I. auf den Künstler aufmerksam, mit dessen Unterstützung er weite Reisen nach dem Süden machte, wo er in Rom Schüler von Thorwaldsen wurde; seine Kunst war an­fangs ganz im Geist der Antike (Klassizismus), später wirkte er in der Kunstauffas­sung der Romantik; 1835 wurde Sch. Professor der Akademie der bildenden Küns­te, er war immer von einem großen Stab von Künstlern umgeben.

Hauptwerke: plastische Arbeiten und Friese an der Glyptothek und an der Neuen Residenz, Giebelfelder der Walhalla bei Regensburg, Arbeiten an der Ruhmeshalle und Modell zur Bavaria; er lieferte auch viele Statuen ins Ausland; seine Arbeiten, einst mit den größten Plastikern verglichen, werden heute nur als überdurchschnitt-lich empfunden.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


NA-001 (Schwanthaler)