Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1273

Schröder Sophie, 1781 (Paderborn) – 1868, Hofschauspielerin; als Tochter des Schauspielers Gottfried Bürger begann sie 1793 in St. Petersburg (= Leningrad) in der Dittersdorffschen Oper »Das Rote Käppchen« mit der Rolle der Lina ihre Büh­nenlaufbahn; in Reval heiratete sie Stollmers, den Direktor der dortigen deutschen Bühne, mit dem sie 1798 an das Wiener Hoftheater kam, wo sie naive Rollen spiel­te, dann wurde Sch. in Breslau vornehmlich für die Oper engagiert; in Hamburg (seit 1801) wechselte sie ins tragische Fach, und damit begann ihre Karriere; nach einer längeren Kunstreise – u. a. spielte sie in Prag – kam sie 1815 wieder ans Wie­ner Hoftheater, bis sie schließlich 1831 Mitglied des Münchner Hoftheaters wurde (von 1836/40 war sie zum dritten Mal in Wien); sie besaß ein gewaltiges und doch wohlklingendes Organ, ein wirksames Auge und ein durch Übung zu großer Sicher­heit entwickeltes Talent, der Darstellungskunst gab sie Poesie und Schwung in Aus­malung gewaltiger Leidenschaften.

Hauptrollen: Phädra, Medea, Lady Macbeth, Merope, Sappho, Johanna von Mont­faucon und Isabella (Braut von Messina); Ludwig I. nannte Sch. »Teutschlands größ­te Tragödin«.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


39-13-21 (Schröder)