Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1269

Schraudolph Johann, von, 1808 (Oberstdorf/Allgäu) – 1879, Kirchen-, Historienma­ler und Akademieprofessor; Schüler der Münchner Akademie, wurde Sch. nach Stu­dien in Ravenna, Florenz, Perugia und Rom 1832 Mitarbeiter Heinrichs von Hess und 1849 Professor an der Münchner Akademie; er war an der Ausmalung der Al­lerheiligen-Hofkirche und an den Fresken der Basilika St. Bonifaz – und zusammen mit seinem Bruder Claudius Sch. und A. Baumann – des Kaiserdoms zu Speyer be­teiligt.

Hauptwerke: Fresken, Szenen aus der Urkirche und dem Leben des hl. Bernhard von Clairvaux im Dom zu Speyer, Ölbilder: Petri Fischfang und Christus heilt Kranke in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, Kartons für Glasfenster in Maria-Hilf in München-Au, in St. Martin in Landshut und im Regensburger Dom; seine Fresken zeigen bei aller Idealität eine heute nicht mehr genügende Monumentalität, seine Ölbilder wirken mehr durch Sorgfalt im Detail als durch überzeugende Lebendigkeit, Schs. Tüchtigkeit zeigt sich vor allem in der Darstellung ruhiger, friedlicher Stoffe, wo er Klarheit der Schilderung und Schlichtheit des Erfassens beherrscht; dieser überzeugte katholische Künstler, der typische Vertreter der Nazarener, ist Begründer und erster Vorstand des Christlichen Künstlervereins.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


15-01-50 (Schraudolph)