Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_126

Breslau Heinrich, Dr. med., von, 1784 (Ansbach) – 1851, königlicher Leibarzt und Universitätsprofessor; er studierte in Halle, Tübingen und Würzburg und diente dann als Militärarzt unter Napoleon; im russischen Feldzug verlor er durch Frost im Winter 1812 die Zehen, die er sich selbst amputierte; dann betätigte er sich in Paris wissenschaftlich, vor allem mit Forschungen über den Kriegstyphus; in bayerische Dienste getreten, wurde B. 1826 Professor an der Münchner Universität, wo er Arz­neimittellehre las; B. genoß als Leibarzt des Königs Ludwig I. und auch bei der Münchner Bevölkerung großes Vertrauen, was er seinem Scharfsinn und der Kennt­nis der französischen und englischen medizinischen Literatur verdankte.

Hauptwerk: Materiaux pour servir à une doctrine générale sur les epidémies et les contagions, Übersetzung von L. Johnsohns Abhandlung über den Einfluß des bür­gerlichen Lebens, des häufigen Sitzens und der geistigen Verfeinerung auf Gesund­heit und Wohl des Menschen; am Hl. Abend 1823 empfing dieser jüdische Konver­tit in der Münchner Frauenkirche die Taufe.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


NA-007 (Breslau & Schröder)