Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1256

Schmid Simon, 1760 (München) – 1840, katholischer Priester, Hofkaplan, Miterfin-der des Steindrucks und Professor; veranlaßt durch einen in der Nähe des soge­nannten Bennobrunnens an der Frauenkirche eingemauerten, mit aqua forte geätz­ten Leichenstein, machte Sch. um 1787 den Versuch, mit zerschmolzenem Wachs große Frakturbuchstaben auf Marmor zu zeichnen und diesen dann mit Scheide­wasser zu begießen, um diese erhaben zu halten und dann mit einem um die Achse beweglichen Zylinder zu schwärzen und abzudrucken; der Versuch gelang und Sch. stellte im Lauf der Zeit auf diese Weise Landkarten, Pflanzenabbildungen und an­dere Lernmittel für Unterrichtszwecke her; A. Senefelders Brüder, die die Münch­ner Militärakademie besuchten, dürften diese in Händen gehabt und ihren Bruder auf diese Vervielfältigungsmethode aufmerksam gemacht haben; Senefelder entwi­ckelte und vervollkommnete dann die Kunst des Steindrucks; Sch. selbst, der ei­gentliche Erfinder der Lithographie, hat aber seine Versuche, beansprucht durch seine beruflichen Pflichten, nicht weiter ausgebaut.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


24-10-12 (Schmid)