Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1247

Schmeller Johann Andreas, Dr. phil., 1785 (Tirschenreuth/Opf.) – 1852, Germanist, Universitätsprofessor und Bibliotheksrat; aus ärmlichen Verhältnissen stammend konnte er sich ein Studium in der Jugend nicht leisten, er trat deshalb in ein Schweizer Regiment ein, das in spanischen Diensten stand, wurde 1806 Lehrer an einer in Madrid nach Pestalozzis Grundsätzen eingerichteten Probeschule und gründete, selbst ein Freund des Schweizer Pädagogen, in Basel eine Privatanstalt (1808); nach den Befreiungskriegen, an denen er als bayerischer Freiwilliger teil­nahm, widmete sich Sch. vorzugsweise der Erforschung der bayerischen Mundart.

Hauptwerke: Die Mundarten Bayerns, grammatisch dargestellt, und Bayerisches Wörterbuch (1827-37; 2. Aufl., v. G. Karl Frommann 1868/77; unveränderter Nach­druck der 2. Aufl. 1939, 2 Bde.); diese Arbeiten legten durch ihre strenge Methode, vor allem in bezug auf die Lautlehre, den Grund zu wissenschaftlichen Forschungen der deutschen Dialekte überhaupt und sind heute noch unentbehrliche Nachschla­gewerke.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


02-07-40 (Schmeller)