Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1243

Schlotthauer Josef, 1789 (München) – 1869, Historien-, Kirchenmaler und Mitbe­gründer der »Stereochromie«; Sohn eines Theaterdieners am Mannheimer Hofthea­ter, zuerst Schreinerlehrling, als Geselle Wanderbursche, machte er als Soldat den Krieg in Tirol mit und kam erst spät als Autodidakt an die Kunstakademie in Mün­chen; sein Gemälde »Kindersegnender Heiland« (1814) erregte Aufsehen; Sch. war Gesinnungsgenosse von J. M. von Sailer, K. von Brentano und J. N. von Ringseis sowie Freund und Mitarbeiter des Freskenmalers P. von Cornelius; er malte auch das Pompejanum in Aschaffenburg aus und erfand 1846 mit Oberbergrat J. N. von Fuchs die »Stereochromie«.

Hauptwerke: Dornengekrönter Christuskopf, Salvator Mundi, Heilige Familie, Luna mit den Hesperiden, Diana im Bade, Entführung der Helena, Zerstörung Trojas; »sein reines und lauteres Streben ging, wie bei den alten Meistem von Siena, auf Innigkeit und Tiefe des Ausdrucks und auf Adel und Wahrheit der Form« (H. Hol­land).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


38-01-16 (Schlotthauer)