Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1234

Schleich Martin, Dr. phil., 1827 (München) – 1881, Schriftsteller und Dramatiker; Sohn eines Forstmeisters, studierte Sch. in München Philologie, begründete 1848 die politisch-satyrische Zeitschrift »Punsch« (von dem das Exemplar gleich einem Glas englischen Punsch 36 Kreuzer kostete), die er bis 1872 leitete; Sch. war ein heftiger Gegner Bismarcks und R. Wagners; er redigierte daneben auch die Tages­zeitung »Volksbötin« (Gegensatz zum »Volksboten«), verfaßte volkstümliche Dra­men, als glänzender Neulatinist war Sch. sehr bekannt (Grabinschrift: »Iacet-Tacet-Placet« = hier liegt und schweigt er und das ist gut so).

Hauptwerke: Nero (Trauerspiel), Pimpelhuber im Gebirg, Gesammelte Lustspiele und Volksstücke, Eine falsche Münchnerin (Lustspiel), Renaissance (Ausgewählte Dichtungen von Jakob Balde, zusammen mit Johann Schrott übertragen), Italische Apriltage (Erinnerungen an eine konfessionslose Romfahrt), Der Jude von Cäsarea (Roman); Sch. »schrieb zur Triaspolitik der Kabinette im weißblauen Punsch seine geistreichen Glossen« (S. von Pölnitz).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


23-13-10/11 (Schleich)