Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1229

Schenk Eduard, von, Dr. jur., 1788 (Düsseldorf) – 1841, bayerischer Innenminister, Staatsrat, Reichsrat der Krone Bayern und Dichter; Sch. begann 1806 seine juristi­schen Studien in Landshut; im dortigen Romantikerkreis wurde er 1817 unter Ein­fluß J. M. Sailers katholisch; 1825 erhielt Sch. durch König Ludwig I. auf Sailers Vor­schlag die neugegründete Abteilung für Kirche und Unterricht im Innenministerium, 1828 wurde er Staatsminister des Innern; unbestritten sind Schs. Verdienste um die Verlegung der Universität von Landshut nach München (1826), um die Berufung tüchtiger Kräfte (u. a. J. J. von Görres und F. W. von Schelling), um die Erneuerung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, um die Errichtung der Walhalla bei Regensburg, um die Wiedereinführung von Klöstern, um die Errichtung des Lyze­ums in Freising und um die Förderung der beiden christlichen Bekenntnisse; den engen Mitarbeiter Ludwigs I. bekämpften deshalb stürmisch die Liberalen auf dem Landtag von 1831, erst auf sein drittes Gesuch erteilte ihm der König die Entlas­sung; er wurde dann Regierungspräsident der Oberpfalz, Reichsrat und 1838 Staatsrat; mit den Bischöfen Sailer, Wittmann und Schwäbl war Sch. befreundet; seine romantischen Schauspiele, Novellen, Dramen (Trauerspiel Belisar) und Me­moiren wurden seinerzeit, vor allem vom König, geschätzt, haben aber nur zeitge­schichtliche Bedeutung.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


12-02-29 (Schenk)