Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1217

Schafhäutl Karl Emil Franz, Dr. phil. et med., von, 1803 (Ingolstadt) – 1890, Natur­wissenschaftler, Musiktheoretiker, Bibliothekar, Polyhistor und Universitätsprofes­sor; nach Studien in Landshut wurde Sch. 1827 Skriptor an der Münchner Universi­tätsbibliothek, weilte 1834/41 in England, mit Verbesserung von Eisen zur Stahlbe­reitung beschäftigt, erfand Verbesserungen des Puddelprozesses (= Herstellung von Gußstahl und Zement) und entdeckte den Stickstoff im Eisen; in Lublin erwarb er den Dr. phil. und den Dr. med.; 1843 erhielt Sch. in München die Professur für Geognose, Bergbau und Hüttenkunde, daneben war er auch Oberbibliothekar an der Universitätsbibliothek; er verfertigte außerdem ein Fernrohr und ein Spiegelte­leskop; seine Kenntnisse in Musik und Musikgeschichte veranlaßten Sch. zur Ferti­gung von Musikinstrumenten; ihm verdankt man die Einführung des Orgelregisters, auch eine Verbesserung des Orgelgebläses; Sch. hat die Wiederbelebung des Cho­rals und der klassischen Polyphonie und kirchenmusikalische Forschungen ange­regt, er hat sich auch als Schriftsteller unter dem Pseudonym Pellisov betätigt.

Hauptwerke: Plinganser (Trauerspiel), Südbayerns Lethaea Geognostica (mit Atlas), Der echte Gregorianische Choral, Ein Spaziergang durch die liturgische Musikge­schichte, Abt Vogler (Biographie).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


21-13-14 (Schafhäutl)