Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1185

Rheinberger Josef Gabriel, Dr. phil. h. c., von, 1839 (Vaduz/ Liechtenstein) – 1901, Komponist, Akademieprofessor und Hofkapellmeister; er studierte in München und war seit 1859 Lehrer der Musiktheorie, später Repetitor an der Münchner Hofoper, Professor und Inspektor der Musikschule, seit 1877 auch Hofkapellmeister (1899 verlieh ihm die Universität München den Dr. phil. h. c.); als Komponist stand R. un­ter dem Einfluß von Mendelssohn und Schumann; er war ein vorzüglicher Lehrer des Orgelspiels, der Komposition und des Kontrapunkts, seine Kunst galt vor allem kirchlichen Zwecken; R. ist der Hauptvertreter der Münchner neuromantischen Schule.

Hauptwerke: Symbolisches Tongemälde »Wallenstein«; Opern »Die sieben Raben« und »Türmers Töchterlein«; Kinderoperette »Das Zauberwort«; Oratorium »Christo­phorus«; 14 Orgelsonaten, zahlreiche – liturgisch gut verwertbare – Messen; insge­samt über 100 Werke; seine Schöpfungen sind Ausdruck hoher Begabung und ge­diegener künstlerischer Bildung nach der klassischen Richtung hin; Rs. Werke wer­den heute noch gerne gehört; die Särge von ihm und seiner Gattin, der Dichterin Franziska Hoffnaaß wurden nach Zerstörung der Gruft in Rs. Heimat überführt.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


NA-101 (Rheinberger)