Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1174

Redwitz Oskar, von, Freiherr, 1823 (Lichtenau bei Ansbach) – 1891, Jurist, Professor, Kämmerer und Dichter; er studierte in Erlangen und München Rechte, unter dem Einfluß W. Molitors entstand sein lyrisch-episches Gedicht »Amaranth«, das durch Verherrlichung des christlichen Mittelalters besonders in katholischen Kreisen be­geisterten Widerhall erweckte; nachdem R. dem Juristenberuf keine Neigung ab­gewinnen konnte, studierte er 1850 bei K. Simrock deutsche Philologie; Leo Graf Thun berief ihn 1851 als Professor für deutsche Literatur nach Wien; seit 1861 lebte er als liberaler Landtagsabgeordneter (1858-1862) in München, Meran und Aschaf­fenburg, seit 1872 auf dem Schillerhof bei Meran; er endete als Morphinist in einer Heilanstalt; den Bruch mit seiner religiösen Jugend hielt er aufrecht; eine Geschich­te seiner Entwicklung gab er in dem Roman »Hermann Stark«; ohne dauernden Er­folg versuchte sich R. in allen Dichtungsgattungen.

Hauptwerke: Gedichte, Thomas Morus (Historisches Trauerspiel), Philippine Welser, Mit einem, Königsherzen, Hymen (Roman), Glück (Roman).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


NA-097 (Kühlmann & Redwitz-Schmölz)