Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1170

Quaglio Lorenz, 1793 (München) – 1868, Genremaler und Lithograph; eigentlich zum Theatermaler bestimmt, erhielt er, besonders in Architektur und Perspektive, von seinem Vater Giovanni Maria und seinem Bruder Angelo (dem Älteren) Unter­richt, bildete sich aber auf der Münchner Kunstakademie zum Genremaler aus, der charakteristische Szenen aus dem bayerischen Hochland bevorzugte; seine Bilder wurden seinerzeit sehr geschätzt (von Fürsten gekauft), erscheinen aber heute trotz Klarheit und Heiterkeit doch in der Farbe kalt und trocken und bei aller siche­ren und strengen Zeichnung etwas steif und hölzern; zur Schaffung der Fresken im Schloß Hohenschwangau – Szenen aus Lohengrin (nach Skizzen von Chr. Ruben) und aus dem Leben Karls des Großen (nach Entwürfen von M. von Schwind) – wur­de Qu. ganz gegen seine natürliche Begabung von seinem Bruder Domenico her­angezogen; als Lithograph hat er wertvolle Beiträge für das Münchner Galeriewerk gebracht (Fra Bartolomeo, Velasquez, Pietro de Hooch, Tilborgh u. a.).

Hauptwerke: Tiroler Wirtshaus mit kartenspielenden Bauern, Tiroler Schützen-schießen, Almosenverteilende Dame vor dem Kirchenportal, Brautwerbung, Münchner Fischmarkt, Holzschnitzer.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


23-03-25 (Quaglio)