Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1168

Quaglio Giuseppe (Josef), 1747 (Laino, Prov. Cosenza/Italien) – 1828, Architekt, Theater- und Freskenmaler; er lernte bei Lorenzo Qu. (dem Älteren) in Wien, be­reiste Italien und Deutschland – überall Zeichnungen von bedeutenden Gebäuden und Landschaften fertigend – die ihm dann bei seinen Theaterausstattungen zu statten kamen; 1770 trat Qu. in kurfürstliche Dienste; er malte für die Theater in Mannheim, Frankfurt, Schwetzingen, Ludwigsburg, Speyer und – seit 1801 – in Mün­chen, wo er an Stelle seines Bruders Giuglio zum Hoftheater-Architekten ernannt wurde; sein großes Talent bewies Qu. bei Festen und Aufzügen, so z. B. bei der Kaiserkrönung in Frankfurt, bei der Festdekoration der alten Reitschule in Mün­chen, insbesondere der Schaubühne, die durch ihn als Maler zu einer wahren Kunst­anstalt gehoben wurde; er war nicht nur Maler und Architekt, sondern auch voll­kommener Meister in der Perspektive, wodurch er, sowie durch seine künstlichen Beleuchtungseffekte, große Erfolge erreichte.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


09-05-40/41 (Quaglio)