Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1155

Piloty Karl, von, 1826 (München) – 1886, Historienmaler und Akademieprofessor; Sohn und Schüler von Ferdinand von P., arbeitete er auf der Münchner Kunstakade­mie nach seines Vaters Tod 1843/49 an dem Galeriewerk von Piloty und Löhle und wurde dann Schüler seines Schwagers K. Schorn; nach Aufenthalten in Antwerpen und Paris wandte P. sich bei Bearbeitung historischer Motive ganz dem koloristi­schen Realismus zu; seit 1874 war er Akademieprofessor.

Hauptwerke: Die Amme, Gründung der katholischen Liga (im Maximilianeum), Seni an der Leiche Wallensteins (Bayerische Staatsgemäldesammlung), Kolossalge-schichtsbild »Monachia« (im neuen Münchner Rathaus); P. kopierte schon früh Ge­mälde von Rubens und neigte überhaupt einer Nachahmung klassischer Kunst zu, die ihn zu voller Beherrschung der Farben führte, sein Realismus feierte im Ge­schichtsbild Triumphe, namentlich in der naturgetreuen Behandlung des Stoffli­chen, das Pathetische steigert er nicht selten zum Theatralischen; P. ist der Begrün­der der neuen Münchner realistischen Schule (Makart, Lenbach, Defregger, Grütz­ner u. a.).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


27-01-17 (Piloty)