Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1150

Pettenkofer Max Dr. med., von, 1818 (Lichtenheim bei Neuburg a. d. Donau) – 1901, Mediziner, Hygieniker, Obermedizinalrat und Universitätsprofessor; P. stu­dierte in München, war zuerst Apotheker, dann Schauspieler, bildete sich jedoch schließlich in München, Würzburg und Gießen (u. a. bei J. von Liebig) weiter aus, arbeitete als Technologe am Münzamt, wurde 1853 Professor der med. Chemie und 1865 (erster) Professor der Hygiene in München; P. ist der Begründer der ex­perimentellen Hygiene in Mitteleuropa; die ersten Beobachtungen stellte er an der Luft in Wohnräumen, dem Gaswechsel und der Folgen der Bekleidung beim Men­schen fest; die Cholera veranlaßte ihn zur Erforschung des Grundwassers; größten­teils ist die moderne Kanalisation unserer Städte auf P. zurückzuführen; er hat sich somit nicht nur um München, sondern um ganz Mitteleuropa verdient gemacht; München verdankt außerdem P. seine großartige Wasserversorgung aus dem Tau­benberg; nebenbei beschäftigte sich P. auch mit der Erhaltung und Wiederauffri­schung alter Ölgemälde, zu deren Behandlung er das sogenannte Pettenkofersche Regenerationsverfahren erfand; Mitherausgeber des »Archiv für Hygiene«.

Hauptwerke: Über den Luftwechsel in Wohngebäuden, Cholera-Regulative, Das Ka­nal- oder Sielsystem in München, Boden und Grundwasser in ihren Beziehungen zu Cholera und Typhus.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


31-01-33/34 (Pettenkofer)