Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1125

Neureuther Eugen Napoleon, 1806 (München) – 1882, Historienmaler, Zeichner und Akademieprofessor; N. besuchte die Münchner Akademie und war Schüler und Ge­hilfe von P. von Cornelius, der ihn zu Randzeichnungen zu Goethes Balladen und Romanzen veranlaßte; dies brachte ihn in Beziehung zu Goethe, der mit dem Künstler im Briefwechsel stand; N. widmete sich dann fast ausschließlich der Illus­tration mit Stoffen aus der heimischen Poesie, aus Sage und Volksweise.

Hauptwerke: Randzeichnungen zu den Schnaderhüpfeln, Dornröschen, Franz von Kobells bayerischen Gedichten und zum Nibelungenlied; in allen Werken ähnelt er Ludwig Richter, dessen Intimität und Gefühlswärme er teilt, den er in kompositio­nellen Bestrebungen oft sogar überragt; später schuf N. enkaustische Gemälde für den Königsbau und Ölgemälde mit Themen aus der deutschen Sagenwelt, jedoch war die Öltechnik seiner Kunst nicht förderlich. Ns Bruder, der Baumeister Gott­fried N., liegt im Alten Nördlichen Friedhof an der Arcisstraße (Ml 11) bestattet.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


25-08-35 (Cramer & Neureuther)