Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_112

Bauer Wolfgang, Dr. phil., 1828 (München-Au) – 1880, Altphilologe und Rektor des Münchner Wilhelms-Gymnasiums; armer Leute Kind, studierte B. in harter Not Phi­lologie, Germanistik und Geschichte an der Münchner Universität, war aber eher ein Autodidakt, der selten Vorlesungen besuchte; nach einigen auswärtigen Gymnasiallehrerposten in Eichstätt und Kempten wurde er 1854 Gymnasialprofessor am Münchner Ludwigs- und 1855 am Wilhelms-Gymnasium, dessen Rektor er später werden sollte; dieser eigenwillige und einsame Mensch hat sich um das höhere Schulwesen in Bayern durch Gründung des Vereins von Lehrern der bayerischen Studienanstalten (1863), des heutigen Bayerischen Philologenverbandes, und Her­ausgabe der Blätter für das bayerische, Gymnasialwesen, der sog. »Blauen Blätter«, sehr verdient gemacht; dadurch wurde die soziale Stellung der bis dahin ziemlich schlecht bezahlten Gymnasiallehrer gehoben und möglich gemacht, daß die Lehrer an den höheren Schulen Bayerns ein wissenschaftliches Niveau erreichten, das den Professoren an den Universitäten nahekommt.

Hauptwerke: Kritisches und Exegetisches zu den Herakliden, zur Medea und zur Iphigenie.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


14-03-03 (Bauer)