Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_1117

Nagler Georg Kaspar, Dr. phil., 1801 (Obersüßbach bei Freising) – 1866, Kunst­schriftsteller und Antiquar; aus sehr ärmlichen Verhältnissen kommend, besuchte N. das Lyzeum in München, studierte Philologie und Naturwissenschaften, wandte sich auch kurz der Theologie zu und heiratete schließlich 1827 eine Antiquarswit­we, worauf er als Bürger von München aufgenommen wurde; nach einer Dissertati­on »De Rhapsodis« (1829) zu Erlangen wurde N. Mitarbeiter der von Dr. J. H. Wolf herausgegebenen »Bayerische Nationalzeitung«; angeregt durch die vorwiegend auf historische Fächer gehende Richtung der Zeit und mit besonderem Talent für kompendienhaftes und lexikographisches Zusammenfassen, legte er im Laufe der Jahre den Grund zu einem systematisch geordneten Schatz von Notizen, die er aus Bibliotheken, Archiven und Werken seines Antiquariats zusammenschrieb, dabei sammelte er auch biographische Originalmitteilungen lebender Künstler, trug aus Zeitschriften, Galeriekatalogen, aus Zunftbüchem, Urkunden und aus dem Augen­schein der Kunstwerke selbst ein staunenswertes Wissen zusammen; daraus ent­standen seine Werke, die heute noch zitiert werden.

Hauptwerke: Neues Allgemeines Künstler-Lexikon oder Nachrichten aus dem Le­ben und Werken der Maler usw. (23 Bde.), Die Monogrammisten (5 Bde.), Beiträge zur älteren Topographie von München, Acht Tage in München, Topographische Ge­schichte von München und seinen Vorstädten (2 Bde.).

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


14-10-11 (Nagler)